Ist Ahornsirup ein Bioprodukt?

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Ahornsirup ist ein reines Naturprodukt und enthält keinerlei Zusatzstoffe, Konservierungsstoffe oder andere künstliche Bestandteile. Dennoch ist nicht jeder im Handel erhältliche Ahornsirup automatisch auch ein Bioprodukt. Auch hier gibt es Unterschiede zwischen einem konventionell bewirtschafteten Ahornwald und einer Ahornfarm, die nach biologischen Richtlinien arbeitet.

Da der Anbau von Bäumen, die sich zum Anzapfen eignen, ein langwieriges Unterfangen ist und die Ausbeute pro Baum und Jahr sehr gering ist, versucht man im konventionellen Bereich durch verschiedene Methoden, den Ertrag zu steigern.

So werden häufig Dünger verwendet, damit die Bäume schneller wachsen und somit schneller den begehrten Saft produzieren. Diese Düngemittel sickern in die Erde, werden dort vom Baum aufgenommen und können direkt über die Wurzeln in die Nahrungskette gelangen. Mittels Pflanzenschutzmittel versucht man zudem, den Bewuchs anderer Pflanzen im Ahornwald zu stoppen.

Hinzu kommt, dass einem Baum maximal fünf Bohrlöcher gesetzt werden dürfen, damit er keinen nachhaltigen Schaden nimmt. Um die Erntemenge zu erhöhen, benutzen herkömmliche Farmer häufig Bleichmittel, mit denen sie das natürliche Verschließen der Zapflöcher herauszögern und so mehr Saft aus einem Bohrloch ziehen können. Auch mittels Unterdruck-Pumpen kann dem Stamm mehr Flüssigkeit entzogen werden. Dies alles beeinträchtigt jedoch die Lebensdauer und Gesundheit der Bäume.

Farmen mit Biosiegel arbeiten dagegen nachhaltig und setzen auf schonende Erntemethoden. Hier werden einem Baum jährlich statt 120 Liter nur etwa 40 Liter abgezapft. Bei der Anzahl der Bohrlöcher wird auch der Stammdurchmesser berücksichtigt.

Während in der konventionellen Bewirtschaftung konkurrierende Pflanzen gezielt bekämpft werden, um einen Fremdbewuchs im Ahornwald zu verhindern, setzt man im Biowald auf natürliche Artenvielfalt, um das ökologische Gleichgewicht zu wahren. Laut Bio-Gesetz müssen andere Baumarten mindestens 15% des Pflanzenbewuchses ausmachen. Kunstdünger, Bleichmittel und andere Chemikalien (z.B. um ein Schäumen beim Einkochen zu verhindern) sind im Bioanbau streng verboten.

All diese Unterschiede wirken sich natürlich auf die Qualität und den Preis des Sirups aus.

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